Das deutschsprachige AJS & Matchless Forum

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#1

Eins nach dem Anderen

in Mechanik 07.11.2018 00:17
von ilofan | 76 Beiträge

Die "long term restauraion" meiner =M= G11 ist hier ja schon thematisiert worden (Kolben, Nockenwellen etc. ...). Manche Ersatzteile konnten schon erworben werden, Gehäuse geschweißt, Werkzeug zum NW-Lager ausziehen beschafft, der Motor liegt noch in Teilen auf der Werkbank. Lustlos streift der Blick umher und verfängt sich am Getriebe! .Ahhh, da könnte ich doch weitermachen. Alles schön gesäubert, Spülöl eingefüllt und die alte Brühe herausgespült, Deckel ab, neue O-Ringe montiert und dann noch den neu polierten Getriebedeckel mit neuer Dichtung und neuen Schrauben montiert. Sieht jetzt echt gut aus das Teil! Ach so, da liegt ja noch der Simmerring für die Getriebe-Ausgangswelle.... Der sieht eigentlich gut aus und ist sicherlich dicht.

Als dankbarer Leser dieses Forums erinnere ich mich an verschiedene Berichte, dass eben dieser Ring wohl öfter eben nicht dichtet. Probeweise also Öl ins Getriebe eingefüllt und dieses dann schräg gelagert, so dass der Radialdichtring dichten kann. "Er dichtet nicht"!. Wie kriegt man den Radialdichtring raus? Danke an dieser Stelle für den Tipp mit der eingedrehten Blechschraube (Ajay), er hat auch bei mir bestens funktioniert.

Und jetzt? Wo Öl raus gekommen ist, kam ganz offensichtlich auch Wasser und Schmutz rein. Die Abdeckscheiben (ZZ-Lager) des Abtriebswellenlagers sind angerostet - das passt so gar nicht zum polierten Äusseren! Natürlich ist auch der "Spacer for gearbox sprocket" eingelaufen und nebenbei bemerkt, im Moment bei AMOC nicht lieferbar.

Warum schreibe ich das? Sicherlich ein bisschen aus Gründen der Frustbewältigung. Manchem mag jetzt auch in den Sinn kommen, "ich hab's ja gleich gesagt".

Also das Getriebe muss jetzt auch komplett auseinander. Die Links wie es geht, wurden dankenswerter Weise gleich mit im Forum eingestellt.

Nette Grüße
Karl

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#2

RE: Eins nach dem Anderen

in Mechanik 07.11.2018 09:54
von ekkeneckepen | 893 Beiträge

Moin Karl

Das hört sich doch schon gut an ! Eventuell mal bei Andrew Engineering oder RGM nach fehlenden Teilen suchen, es gibt noch eine Reihe mehr Lieferanten die mir im Moment nicht einfallen, aber da hilft dann vielleicht doch die Datenkrake Google. Zum ausziehen von eingebauten, auf der Welle sitzenden Simmerringen gibt es gehärtete sehr schlanke Haken (z.B. bei Louis). Die Bronzebuchsen gibt es auch als Satz bei den entsprechenden Lieferanten. Die angerosteten Muttern im Inneren des Getriebes sind mir auch schon bei mehreren Getrieben aufgefallen? Vielleicht ist es auch Kondenzwasser ? Eigentlich scheint es mir eher unwahrscheinlich, dass über einen nicht mehr vollständig dichtenden Simmering am Getriebeausgang von aussen Wasser eindringt - oder fährst du durch knietiefes Wasser? An der Kickstarterwelle kommt immer ein bisschen Öl raus, sinnvoll ist die Kickstarterwelle mit einem Simmerring statt O-Ring zu versehen, dazu muss allerdings das Gehäuse ausgedreht und ein kleiner Bund weggestochen werden, sowie die harte Stahlbuchse um 1 mm gekürzt werden. Um das Nebenwellenlager auszuziehen, brauchst du einen Sacklochauszieher, oder das Gehäuse spuckwarm machen und auf eine dicke, schwere Holplatte knallen.

Am Ende eines langen Weges gibt es unendliche Freude!

Gruß Jens


Dateianlage:
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nortonamcgearbox..pdf nortonamcgearbox..pdf
Lipseal.pdf Lipseal.pdf
Angefügte Bilder:
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 Gearbox.jpg 
 Gearbox3.jpg 
zuletzt bearbeitet 07.11.2018 10:08 | nach oben springen

#3

RE: Eins nach dem Anderen

in Mechanik 07.11.2018 10:30
von matman | 1.123 Beiträge

Getriebe überholen ist im Vergleich zu anderen "Schweinereien" eine echte Freude. Ich habe das mal über die Weihnachtstage auf meinem Wohnzimmertisch gemacht. Die meisten Teile sollten erhältlich sein - immer auch an Joe Seifert von "Norton Motors" als möglichen Lieferanten denken! Der hat für unsere AMC-Getriebe (fast) alles.

Die (bebilderten) Montageanleitungen, insb. das dreiteilige Tutorial von Old Britts, lassen eigentlich keine Fragen mehr offen.

Gutes Gelingen & Cheers, Jan

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#4

RE: Eins nach dem Anderen

in Mechanik 07.11.2018 11:28
von Ajay | 721 Beiträge

Re Kickstarterwelle abdichten: Da gibt es mittlerweile eine simple, total zuverlässige Lösung, die ohne mechanische Änderungen am Lagerdeckel auskommt - X-Ring statt O-Ring; gibt's z.B. beim Joe Seifert. Siehe Foto.
Paul G.
X-ring.png - Bild entfernt (keine Rechte)

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#5

RE: Eins nach dem Anderen

in Mechanik 07.11.2018 12:51
von ekkeneckepen | 893 Beiträge

Guter Tipp Paul, wusste ich noch nicht. Natürlich Joe hatte ich vergessen für die Getriebeteile, das fast gleiche AMC Getriebe sitzt ja auch in der Norton. Joe ist ja auch mein Hauptlieferant für die Norton Atlas und im übrigen ein sympatischer Typ.

Jens

zuletzt bearbeitet 07.11.2018 12:52 | nach oben springen

#6

RE: Eins nach dem Anderen

in Mechanik 07.11.2018 21:47
von ilofan | 76 Beiträge

Liebe Kollegen,
besten Dank für die aufmunternden Worte und für die vielen Tipps. Der Frust kommt halt zustande, wenn man sich so denkt "hier brauche ich mal nix zu machen"... aber Pustekuchen. Wenn man einen Teilesatz ersteht, wie ich das gemacht habe, muss wohl bei der Restauration in jedem Fall "worst case" angesetzt werden. Schwamm drüber. Mit AMOC bin ich eigentlich zufrieden, obwohl ich für die NW und die Lagerbüchsen ewig (zu lange) gewartet habe. Andere Lieferanten (außer Stephen Surbey) habe ich da komplett aus dem Radar verloren. Dank eurer Tipps werde ich jetzt bei den Genannten auch mal anfragen. Richtig, Jens, an die Norton-Lieferanten habe auch ich nicht gedacht. Die haben ja das gleiche Getriebe eingebaut. Danke für die Nennung der alternativen Teile-Ressourcen. Die angesprochenen X-Ringe für die Schaltwelle und die Kickstarterwelle wurden mir jetzt auch von AMOC geliefert, die haben das (jetzt) wohl auch im Sortiment.

Als Grund für korrodierte Schrauben im Getriebe-Inneren, denke ich auch, dass da Kondenswasser eine Rolle spielt. Der Schmutz, oder besser Dreck, der sich da zum Getriebeausgangslager vorgearbeitet hat, wird wohl davon kommen, dass halt der/die Vorbesitzer entsprechende Geländeeinlagen - ohne irgend eine nachsorgende Pflege - der Maschine zugemutet haben. Ich weiß es nicht, die Maschine wurde als unvollständiger "Teilehaufen" gekauft. War aber wenigstens billig (bin Schwabe)! So kann man sich täuschen.

Einen Satz Kugellagerauszieher habe ich mir schon beschafft, damit werde ich auch die NW-Lager ausziehen. Eigentlich gehört das jetzt nicht hier her, ich möchte aber trotzdem gerne folgendes fragen:
Wenn ich die neuen NW-Lager eingepresst habe, müssen die Lager ja auf Maß ausgerieben werden. Eine mechanische Werkstatt in meiner Nähe möchte da mit einer verstellbaren Honahle ran gehen. Für dieses "krumme Maß" (20,637 - 20,662 mm) bekommt man ja in unseren Hemisphären sonst nichts passendes. Für mich stellt sich jetzt aber die Frage, ob es sinnvoll wäre, die beiden Gehäusehälften zusammen zu montieren und in einer Aufspannung aufzureiben, oder ob auch eine Einzelbearbeitung ausreichen kann? Klar ist, die Bearbeitung in einer Aufspannung ist sicherlich die genauere Variante, ich vermute aber, dass "die Länge der Honahle" das nicht hergibt. Muss ich aber noch prüfen. Gibt es da von eurer Seite Erfahrungen, bzw. eine Empfehlung?

Über den Winter gibt es jedenfalls genügend Möglichkeiten sich zu beschäftigen.
Danke nochmals an alle!

Nette Grüße
Karl

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#7

RE: Eins nach dem Anderen

in Mechanik 07.11.2018 22:03
von ilofan | 76 Beiträge

Hallo Jens,
Sorry, die eingestellten Bilder und Deine Skizzen habe ich erst jetzt genauer inspiziert! Ich denke die Bearbeitung des Getriebedeckels spare ich mir fürs Erste nochmal. Deine Idee des Kugellagerausziehers werde ich - Deine Zustimmung voraussetzend - nachbauen. Der von mir käuflich erworbene Satz geht nämlich nur bis zu einem D von 35 mm. Deine Lösung, mit dem konischen Spreizbolzen ist einfach und wirkungsvoll!

Nette Grüße
Karl

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#8

RE: Eins nach dem Anderen

in Mechanik 07.11.2018 22:15
von ekkeneckepen | 893 Beiträge

Hallo Karl, ich kann dir den Auszieher auch schicken.

Jens

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#9

RE: Eins nach dem Anderen

in Mechanik 07.11.2018 23:06
von Ajay | 721 Beiträge

Hallo Karl
jetzt kommt auch noch mein Senf:
Mit NW-Lager meinst du Lager der Getriebe-Nebenwelle, richtig? Die Engländer sagen dazu layshaft.
Wenn ich deine Berichte richtig verstanden habe, ist das Getriebe ausgebaut (auf jeden Fall empfohlen!)
Zum Entfernen des NW-Kugellagers aus dem Sackloch wird das Gehäuse mit der Lötlampe oder dem Heißluftgebläse "spuckheiß" gemacht, und danach wird dasselbe auf eine Hartholz-Unterlage gedotzt - dann fällt das Kugellager raus, auch ohne Auszieher.
Solange das Gehäuse noch heiß ist, sogleich das empfohlene neue NW-Rollenlager einsetzen, am besten mittels der NW. Da wird nix ausgerieben!
Axialspiel der NW bei installiertem Rollenlager sollte durch Beilage von "shims" unter der Kickstarterwelle ausgeglichen werden - steht alles ausführlich in den "Old-Britts" Empfehlungen:
http://www.oldbritts.com/gearbox_a.html
und
http://www.oldbritts.com/gearbox_d.html
Ich habe mich weitgehend an die Empfehlungen gehalten, und - nachzulesen in meinem "Schrauberzeit"-Report - mit "happy end".

Übrigens, die Getriebe-Innereien von AMC und Norton sind weitgehend identisch; unterschiedlich sind die Gehäuse-Rahmen-Anschraub-Details, Kickstarter-Welle samt -Rückholfeder sowie Zwischen- und äußerer Deckel.

Habe ich was vergessen?

Gruß Paul G.

layshaft roller bearing.png - Bild entfernt (keine Rechte)

zuletzt bearbeitet 07.11.2018 23:13 | nach oben springen

#10

RE: Eins nach dem Anderen

in Mechanik 08.11.2018 09:21
von matman | 1.123 Beiträge

...noch was zu den X-Ringen von Joe: Ich habe mir die zwar auch bestellt, aber nicht eingebaut - weil ich schon zuvor PASSENDE O-Ringe für die Kickstarterwelle (und auch für die Ganganzeige- sowie die Schalthebelwelle) organisiert hatte.

Das Problem ist, dass die gängigen O-Ringe schlicht an zu geringer Schnurstärke kranken - z. B. benötigt die Kickstarterwelle einen O-Ring mit 4 mm Schnurstärke, man erhält aber regelmäßig nur 3 mm. Der O-Ring schlackert dann nur in der Nut herum, kein Wunder, dass es an der Stelle dann immer tropft.
Und es schadet nicht, wenn man den Innendurchmesser etwas strammer wählt - obwohl die Kickstarterwelle 1" Durchmesser hat, kommt man sehr gut mit dem metrischen Maß 25 x 4 mm hin, ich habe sogar einen O-Ring in 24 x 4 mm verbaut. Ist zu 100 % dicht.

Cheers, Jan

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#11

RE: Eins nach dem Anderen

in Mechanik 08.11.2018 12:54
von ekkeneckepen | 893 Beiträge

Paul, ich dachte Karl meint mit "NW" die Nockenwellenlager und die müssen nach dem einpressen gerieben werden.

Jens

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#12

RE: Eins nach dem Anderen

in Mechanik 08.11.2018 20:43
von ilofan | 76 Beiträge

Hallo Paul,

ich denke, ich habe Dich da auf die falsche Fährte gesetzt, indem ich in einem Beitrag zwei unterschiedliche Sachverhalte angesprochen habe! Mit NW-Lager meinte ich in der Tat die Nockenwellenlager, die ich parallel austauschen muss. Bei/in missverständlichen Text-Passagen werde ich künftig keine Abkürzungen mehr verwenden. Sorry dafür.

Obwohl scheinbar nicht passend, kann ich trotzdem aus Deiner Antwort für mich etwas positives mitnehmen und zwar der Hinweis zu den Distanzscheiben. Spätestens beim Zerlegen wäre ich davon überrascht worden. Klar, die Filmsequenzen werde ich mir anschauen.

@ Jens, vielen Dank für Dein Angebot, auf das ich gerne zurückkomme. Ich möchte das aber erst tun, wenn ich alle "Brocken da liegen habe, um zu vermeiden "anderer Leut's Werkzeug" bei mir rumliegen zu lassen. Bei mir laufen die Arbeiten zeitlich langsam ab!

Nachtrag: Als ob die Leute von AMOC Parts Service hier mitlesen würden, jetzt ist der "Spacer for gearbox sprocket" wieder lieferbar!

Nette Grüße
Karl

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