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#1

Nockenwellen G11

in Mechanik 08.11.2017 15:28
von ilofan | 51 Beiträge

Hallo zusammen,
Heute habe ich den Motor meiner G11 geöffnet. Der Vorbesitzer hat wohl versehentlich die Nockenwellen vertauscht eingebaut! Aufgefallen ist mir dieses, als ich nach diversen Inspektions-/ und Reinigungsaktivitäten den ÖL-Distributor einsetzen wollte und ich für dessen Antrieb an der "Auslass-Nockenwelle" keinen "Spaten" vorgefunden habe! Die NW mit dem "Spaten" war auf der Einlass-Seite eingebaut! Also musste das Ding auseinander ...

Beim Befunden der Wellen und Schwinghebel musste ich feststellen, dass speziell an der Auslass-Nockenwelle die Nocken "eingelaufen" sind. Auch die Schwinghebel der Auslass-Seite sind entsprechend in Mitleidenschaft gezogen. Die Einlass-Seite sieht besser und für mich tolerabel aus.

Also nur die Auslass-Nockenwelle samt Schwinghebel ersetzten?

Irgendwo habe ich gelesen, dass so um '58 die Nockenwellen der Twins geändert wurden (Nockenform/Steuerzeiten). Es gäbe überdies heute nur noch die Modifizierten zu kaufen. Für mich erhebt sich nun die Frage, ob eine neue Auslass-Nockenwelle, z.B. von AMOC sich mit der alten 57er Einlass-Nockenwelle meines Motors verträgt?

Hat da jemand von euch schon Erfahrungen gesammelt, bzw. hat hierzu konkrete Informationen?

Ich bin sehr daran interessiert eure Meinung zu diesem Thema zu erfahren.
Danke im Voraus für eure Antworten.

Nette Grüße
Karl

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#2

RE: Nockenwellen G11

in Mechanik 08.11.2017 16:10
von ekkeneckepen | 765 Beiträge

Hallo Karl

Damit kann sie aber wohl kaum gelaufen haben - oder?
Bei der Überholung meiner G11 / 1958 (leider schon lange her und mein Gedächnis ist nicht mehr das beste) habe ich beide Wellen und Schlepphebel vom Club bezogen und verbaut. Eine Möglichkeit wäre vielleicht, wenn du die defekte Auslasswelle und Schlepphebel neu nimmst und zusammen mit der alten Enlassnockenwelle verbaust und dann die Steuerzeiten prüfst. Wenn die nicht wesentlich vom Soll abweichen wäre es ja OK .Steuerzeiten bei 1mm Ventilspiel prüfen!

Jens

Crankcase & Crank.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

zuletzt bearbeitet 08.11.2017 16:25 | nach oben springen

#3

RE: Nockenwellen G11

in Mechanik 08.11.2017 17:43
von ilofan | 51 Beiträge

Hallo Jens,

... schönes Bild!

Nein, gelaufen ist der Motor so ganz bestimmt nicht! Ich habe ihn im Zustand "überholt" mit meinem Teilekonvolut mitgekauft! Teilweise wurde er sauber gemacht (z. B. Kolben, Zylinder, Köpfe) manche Dinge geben aber Anlaß zur Sorge wie z.B. vermurkste Kopfe der Pleuelschrauben. Ich habe da bis jetzt noch nicht tiefer gebohrt (Kopf in den Sand gesteckt) und das Mittellager geöffnet ...

Bei AMOC habe ich jetzt mal nach NW gesucht und festgestellt dass die Teilenummern der G11 (018961 und 018962) nicht geführt werden. Unter einer anderen Nummern (späteres Baumuster?), werden die NW aber angeboten.Allerdings sind sie derzeit nicht lieferbar! Sieht aktuell nach einer Bastelpause aus?

Ich denke auch, dass ein Versuch nur mit einer neuen Auslaß-NW und einem Satz Schlepphebel (gibt es nur als set of 4) kluch macht!

Nette Grüße
Karl

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#4

RE: Nockenwellen G11

in Mechanik 08.11.2017 22:38
von ekkeneckepen | 765 Beiträge

Hallo Karl, bei den Pleuelschrauben würde ich kein Risiko eingehen und sie auf jeden Fall erneuern wenn sie vermurkst sind, wenn die reißen ist der Motor Schrott.

Jens

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#5

RE: Nockenwellen G11

in Mechanik 09.11.2017 17:52
von ilofan | 51 Beiträge

Hallo Jens,

...bin ganz Deiner Meinung!

Nachdem ich jetzt auch z.B. an den Steigkanälen zu den Kipphebelwellen Ölschlammablagerungen entdeckt habe, die Lager der NW zu viel Spiel (gefühlt) haben und ich mir vorstelle wie es da sonst noch "an anderen Ecken aussieht", muss ich das Ding wohl völlig zerrupfen. War so eigentlich nicht geplant.

Von AMOC habe ich zwischenzeitlich eine Rückinformation zu den angefragten Fehlteilen bekommen. Die NW kommen wohl im ersten Quartal 2018, die Schlepphebel "später".

Naja, am Getriebe und am Fahrgestell kann ich mich noch eine Weile beschäftigen.

Danke schön nochmals für Deine Hinweise.

Grüße
Karl

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#6

RE: Nockenwellen G11

in Mechanik 09.11.2017 22:26
von ekkeneckepen | 765 Beiträge

Hallo Karl

Wenn du eine Grundüberholung durchführst, auf jeden Fall in der Kurbelwelle die mudtraps öffnen und säubern. Da sitzt manchmal so fest der Ölschlamm drin, dass man bohren muss, aber wenn die sich immer weiter füllen, ist die Ölbohrung irgendwann dicht.

Jens

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#7

RE: Nockenwellen G11

in Mechanik 10.11.2017 13:11
von matman | 1.021 Beiträge

Zitat von ilofan im Beitrag #5
Von AMOC habe ich zwischenzeitlich eine Rückinformation zu den angefragten Fehlteilen bekommen. Die NW kommen wohl im ersten Quartal 2018, die Schlepphebel "später".

Weder würde ich mich darauf verlassen noch würde ich damit eine konkrete Terminplanung machen.

Ich würde unter Einbeziehung des englischen Clubs (Jampot-Zeitschrift und -Forum!) sowie der bekannten Teilehändler (Geertshuis, Surbey) nach guten Gebrauchtteilen Ausschau halten.

Cheers, Jan

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#8

RE: Nockenwellen G11

in Mechanik 10.11.2017 21:29
von ilofan | 51 Beiträge

Hallo liebe Kollegen,

vielen Dank erst mal für eure Statements. Jede Idee, bzw. jeder Hinweis ist in "meiner Lage" schwer willkommen.
Oohh ja, der Tipp ist gut! Die Mudtraps ... ich wollte da eigentlich gar nicht hinlangen! Ich hatte da im Internet einen Film angeguckt, bei dem der Monteur mit einem Schlagschrauber an den Kurbelwangen rumgedonnert hat. Da sträuben sich mir die Nackenhaare. Wenn ich mir allerdings vorstelle, dass die Brühe, die da als Motorenöl in meinem Motor zirkuliert haben muss, auch zwangsläufig an den Hauptlagern vorbei gekommen ist, führt an diesem Arbeitsgang a u c h kein Weg daran vorbei. Man kann, glaube ich erkennen, dass ich immer noch im Modus "so wenig als möglich machen" ; "es wird schon nicht notwendig sein" bin. Es wird wohl nicht so laufen (können).

Bei der G11-Welle liegen die Senkschrauben relativ gut zugänglich auf Höhe der Big Ends. Gott sei's gedankt ich konnte schon mal keine "Körnerschläge" o.ä. als Schraubensicherung erkennen, das lässt hoffen. Die Senkschrauben sind - dem Augenschein nach - auch schon mit unpassenden Schraubendrehern? malträtiert worden. Wenn ich da dran gehe, habe ich bestimmt wieder einen weiteren "Nebenkriegsschauplatz" ....!

@ Jan, ich habe auch schon daran gedacht gute Gebrauchtteile einzubauen. Den Steven Surbey habe ich dazu schon angeschrieben. Ich hatte auf seiner Internetseite entsprechende Einträge gefunden. Nach meiner (bisherigen) Erfahrung mit ihm, kann es allerdings sein, dass seine Antwort auch erst im ersten Q 2018 bei mir eintrudelt. Aber ich will jetzt nix schlecht reden. Er hat mir schon an anderer Stelle schon gut aus der Patsche geholfen.

Andere habe ich bis jetzt noch nicht angeschrieben. Die Erfahrung zeigt leider dass Qualitätsvorstellungen sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können. Leider habe ich ein ganz, ganz schlechtes Gefühl dabei, jemandem, den ich so gar nicht kenne, Euronen rüber reichen zu müssen und dann hoffen zu dürfen .. Bei verschiedenen Fahrgestell-Teilen habe ich z.B. in den NL ein paar Sachen bestellt (u.a. diesen Nummernschild-Träger und das Endteil des hinteren Kotflügels ... ... was soll ich sagen, die Aufbereitung, um die Sachen verwenden zu können, war dermaßen aufwändig und selbst danach, wenn man genau hinguckt ..!

Aber, Nockenwellen wachsen ja nicht auf den Bäumen und deswegen macht es schon Sinn eine entsprechende Suchanfrage im Club einzustellen!

Aber hier gleich noch eine Frage, Die NW-Lager meines Motors müssen, da ausgelaufen, natürlich auch raus und beim Einpressen der neuen Lager muss ja nachgerieben werden. Allein eine verstellbare Reibahle in diesem Maß (ich glaube 24,64..) ist ja auch nicht so häufig anzutreffen. Wie habt ihr euch da geholfen? Ich glaube, ohne WZ-Maschine wird das nix.

Wie geht doch die englische Redewendung.... it's a long, long way to ... ... !

Besten Dank für eure Antworten

Karl

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#9

RE: Nockenwellen G11

in Mechanik 11.11.2017 10:27
von ekkeneckepen | 765 Beiträge

Moin Karl

Wenn ich das richtig erinnere, sind die Senkschrauben mit einem Meißelhieb in Verlängerung des Schlitzes gesichert in dem Material von der Welle in den Schlitz getrieben wird (ich denke mittelfestes Locktite ist da nicht verkehrt). Wenn du die Pleuel abbaust, wärst du vermutlich eine weitere Baustelle finden > ausgelaufende Lagerschalen und schlimmer eingelaufende Hubzapfen. Wenn in der Vergangenheit noch nicht zu viel geschliffen wurde, lassen sich die Zapfen in einer guten Kurbelwellenschleiferei passend zu den neu zu bestellenden Lagerschalen in Übergröße schleifen. Ganz wichtig: Die Radien am Übergang Zapfen/Wange müssen korrekt ausgeführt werden, sonst bricht die Welle (Kerbwirkung). Wenn du die Welle schleifen lassen musst würde ich an deiner Stelle gleich die NW-Lagerbuchsen in der Schleiferei mit aufreiben lassen bevor du dir für teures Geld eine Reibahle anschaffst. Anbei ein Bild von meinen völlig ausgelaufenden Lagerschalen. Ausgelaufende Lagerschalen bewirken Ölmangel an den Pleuellagern, weil die Zuführung des Öls über das Mittelager geschieht und dann da schon rausgeschleudert wird ohne das für die Pleuellager was nachbleibt. Viele AMC Twins haben dann wegen Ölmangel an den Pleuellagern und fest gefressenen Pleueln die Beine aus dem Kurbelgehäuse gestreckt!
Bearing shells.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Jens

zuletzt bearbeitet 11.11.2017 11:15 | nach oben springen

#10

RE: Nockenwellen G11

in Mechanik 11.11.2017 12:10
von ilofan | 51 Beiträge

Hallo Jens,

lieben Dank für die interessanten Einblicke und die Erfahrungen bei der Überholung Deines Motors. Ich lerne daraus, dass an der kompletten Zerlegung und an einem Neuaufbau meines Motors kein Weg vorbeigeht. Das wird alles wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen, zum Glück habe ich noch andere Sachen zum Fahren.

Schönes Wochenende
Karl

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#11

RE: Nockenwellen G11

in Mechanik 11.11.2017 13:20
von ekkeneckepen | 765 Beiträge

Hallo Karl

Du hast Recht und wie ich aus deinen posts so entnehme bist du ein gründlicher Restaurator - das ist gut so, denn alles andere rächt sich bitter. Nichts wird dir mehr Freude bereiten, wenn deine G11 dich über weite und vor allem schöne Strecken klaglos und ohne Pannen trägt. Meine G11 die ich inzwischen leider verkauft habe hat mich nachdem ich alles wirklich gründlich überholt hatte und die dann verbliebenden "Kinderkrankheiten" ausgemerzt hatte, auf wunderbaren Reisen in ganz Europa und fast jedes Jahr zur Isle of Man getragen.

Jens

Isle of Man.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

zuletzt bearbeitet 11.11.2017 17:16 | nach oben springen


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